Der 27 Jahre alte Oleg Valger wurde in der Nacht vom 20. auf den 21. Januar 2004 von vier Neonazis auf brutalste Art und Weise ermordet. Obwohl einige der Täter in der Stadt als Nazis bekannt und gefürchtet waren und keinen Hehl aus dem rassistischen Hintergrund ihrer Tat machten, wollte das Gericht kein politisches Motiv erkennen. Olegs Mutter verließ nach dem Mord Gera, weil sie es nicht mehr ertragen konnte, an diesem Ort zu leben.
Nach Olegs Ermordung und rund um den Gerichtsprozess folgten hitzige Debatten in der Stadtöffentlichkeit, in deren Zuge die Polizei beispielsweise der Zivilgesellschaft vorwarf, Olegs Tod für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
Die Stadt wiederum verhinderte sogar das Aufstellen einer Gedenktafel – es wurde sich daran gestört, dass auf dieser Bezug auf den politischen Hintergrund der Täter genommen wurde.
Auch 22 Jahre nach seinem Tod ist Oleg von offizieller Seite nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Ende letzten Jahres jedoch kam ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten zu dem Ergebnis, dass Oleg aus rassistsichen Motiven ermordet wurde – ebenso empfiehlt das Gutachten, neun weitere Menschen, die seit 1990 in Thüringen von Nazis ermordet wurden, als Opfer rechter Gewalt anzuerkennen. Zwei weitere werden von der Opferberatungsstelle ezra als Verdachtsfälle geführt.
Um an Oleg zu erinnern und seiner zu gedenken, treffen wir uns am 25.01. um 14:30 Uhr an der Haltestelle Heidecksburgstraße.
Kein Vergeben, kein Vergessen!



