Anreisen aus Altenburg und Gera nach Jena

am 07.02.2026

Anlässlich des europaweiten Fascho-Aufmarsches und SS-Gedenkens in Budapest zum „Tag der Ehre“ 2023 wehrten sich erstmals Antifaschist*innen auch körperlich gegen die rechte Bedrohung. Die Folge war eine beispiellose Repressionswelle mit unzähligen Hausdurchsuchungen, Abhörmaßnahmen und wildesten Konstruktionen angeblicher Straftatbestände – bis hin zum versuchten Mord wegen ein paar Schürfwunden.

Mehrere der gesuchten Antifaschist*innen tauchten unter, um sich Jahre später den Repressionsbehörden zu stellen, während andere weniger Glück hatten. Maja ist eine jener Personen, die unfreiwillig in Untersuchungshaft kamen. Im Sommer 2024 wurde Maja schließlich rechtswidrig trotz eines erfolgreichen Eilverfahrens beim Bundesverfassungsgericht nach Ungarn ausgeliefert, um Maja dort den Prozess zu machen.

Majas Urteil in Budapest wird am 04.02. verkündet. Zu erwarten ist trotz extrem dünner Beweislast eine hohe Strafe – in Ungarn findet kein faires Verfahren statt und wie der Prozess ausgeht, steht eigentlich von Beginn an fest. Bis zu 24 Jahre Haft sind möglich. Der ungarische Staat gibt sich dabei größte Mühe, das Verfahren so lange wie möglich herauszuzögern, weil Maja erst nach einem rechtskräftigen Urteil europarechtliche Schritte offen stehen, um von Ungarn nach Deutschland verlegt zu werden.

Anlässlich der Urteilsverkündung findet am 04.02. eine Kundgebung und am 07.02. auf dem Jenaer Holzmarkt eine Demonstration statt. Die Demonstration steht unter dem Titel Von Jena nach Budapest: Grenzenlose Solidarität gegen rechten Terror und autoritären Kapitalismus – Freiheit für Maja und beginnt 14:00 Uhr.

Gemeinsam mit den Genoss*innen aus Altenburg werden wir daher am 07.02. nach Jena fahren, um nochmals unsere Solidarität mit Maja und allen anderen Antifaschist*innen zum Ausdruck zu bringen, denen gerade der Prozess gemacht wird.

Free Maja, free all Antifas!

Wir fahren ab Gera HBF mit dem RE 1 um 13:05 Uhr von Gleis 3b –

Treffpunkt auf dem Bahnsteig kurz vor Abfahrt.

Demo am 01.02.: Startpunkt geändert

Bei unserer Demo am Sonntag in Solidarität mit Rojava hat sich der Startpunkt um ein paar hundert Meter verschoben:

Statt am Sachsenplatz startet die Demo an der Heinrichstraße auf dem Vorplatz vom Comma.

Für Anreisende ändert sich dabei nichts: Ihr müsst weiterhin am Südbahnhof aussteigen und nehmt gleich die Treppe, an der auch der Zug hält.

Die Demo findet im Rahmen der internationalen Aktionstage für Rojava statt. Die selbstverwaltete Region im Norden und Nordosten Syriens wird seit Anfang des Jahres von islamistischen Milizen, von Truppen der selbsternannten Übergangsregierung sowie der Türkei angegriffen.

Vor allem in Kobane ist die Lage prekär: Es gibt Probleme mit der Wasser-, Energie- und Stromversorgung. Die Stadt, die zum Symbol des Sieges über den IS geworden ist, wird seit Tagen belagert.

Heute wurde zum wiederholten Male eine Waffenruhe zwischen den SDF und der HTS vereinbart – diese wurden bisher immer von Seiten der HTS gebrochen. Unsere Solidarität für die Revolution in Rojava bleibt weiterhin wichtig; wir müssen weiter öffentlichen Druck ausüben, um auf die sich anbahnende Katastrophe in Kobane/Rojava aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass die „westlichen“ Regierungen ihre Haltung zur islamistischen Übergangsregierung um den Terroristen al-Dscholani ändern.

Wir schließen uns dabei den Forderungen anderer Aktivisti an:

Es braucht eine sofortige und nachhalte Waffenruhe und ein Ende der Angriffe auf Rojava!

Rojava muss international als selbstverwaltete Region anerkannt werden!

Defend Kobane, Defend Rojava!

Kommt zur Demo am Sonntag, um unsere Solidarität mit der Frauenrevolution in Rojava zum Ausdruck zu bringen!

Zeit: 01.02.2026, 13 Uhr

Ort: Gera, Südbahnhof/Heinrichstraße

Aufruf: DEFEND ROJAVA – Gera, 01. Februar

UPDATE: Startpunkt verlegt auf Südbahnhof/Heinrichstraße!

Seit Tagen wird Rojava von HTS-Kämpfern und anderen islamistischen Milizen angegriffen, während die Türkei Luftangriffe auf die kurdische Selbstverwaltung fliegt. Auch die deutsche Regierung ist finanziell daran beteiligt, indem sie die Übergangsregierung des Terroristen al-Scharaa/al-Dscholani mit mehreren hundert Millionen Euro unterstützt.

Kobanê, das Symbol des Sieges der Frauenrevolution über den IS, ist eingekesselt – 400.000 Menschen sind dort ohne Strom und Wasser eingesperrt, während es zu schneien begonnen hat. Über Raqqa, der ehemaligen Hauptstadt des IS, weht wieder dessen Flagge.

Gleichzeitig haben sich tausende Menschen auf den Weg nach Rojava gemacht oder brechen in den nächsten Tagen auf – die Solidarität mit Rojava kennt keine Grenzen!

Wir rufen gemeinsam mit Women Defend Rojava am 01. Februar zu einer Demonstration in Gera auf, um auch hier unsere Solidarität mit den Kurd*innen zum Ausdruck zu bringen und den öffentlichen Druck zu erhöhen:


Stoppt Abschiebungen nach Syrien und Iran!

Stoppt die Unterstützung der Dschihadisten in Syrien!

Für ein freies Kurdistan!

Bijî berxwedana Rojava!

Jin Jiyan Azadî!

Ort: Gera, Südbahnhof / Sachsenplatz Südbahnhof/Heinrichstraße (Vorplatz vom Comma)

Zeit: 01.02.2026, 13:00 Uhr

Aufruf: Free Maja – Veranstaltungen zur Urteilsverkündung in Jena

Am 22.1. soll Majas Urteil in Budapest gesprochen werden. Deshalb wird es in Jena zwei Aktionen geben, zu denen auch wir aufrufen: Lasst uns unsere Wut über die rechtswidrige Auslieferung, die folterähnlichen Haftbedingungen und den Schauprozess Majas zum Ausdruck bringen!

Lasst uns zeigen, dass wir uns von der Verfolgungswut der Behörden nicht einschüchtern lassen – kommt alle nach Jena!

Free Maja, free all Antifas!

Kundgebung

22.01.2026, 17:30 Uhr – Jena, Holzmarkt

Demonstration

24.01.2026, 14:00 Uhr – Jena, Start am Holzmarkt

Zur Demonstration wird es eine gemeinsame Anreise geben. Infos folgen.

03.10.2025: Staat und Patriarchat zerschlagen!

Für den 03.10. planen wir eine größere Demonstration in Gera. Uns ist es dieses Jahr besonders wichtig, eigene inhaltliche Schwerpunkte zu setzen und uns nicht auf Gegendemonstrationen zu beschränken. So nehmen wir uns die Straßen und besetzen Raum, der sonst von Nazis besetzt werden würde.

Lest hier unseren Aufruf – für die Demo gibt es wieder eine eigene Website, die nach und nach mit relevanten Infos befüllt werden wird. Schaut also regelmäßig vorbei: g0310.noblogs.org

Aufruf: Am 03.10. alle nach Gera!

Die vergangenen Jahre war Gera am “Tag der Einheit” Schauplatz rechter Demonstrationen mit teils mehreren tausend Teilnehmenden. Währenddessen wurden antifaschistische Demonstrationen, wie 2022, gekesselt oder, wie letztes Jahr, von der Straße geprügelt, um den Faschisten den Weg freizuräumen. Den Rechten gelang es dabei jeweils, die Öffentlichkeit des Geraer Stadtfestes für sich zu vereinnahmen – doch dieses Jahr wird dies anders sein.

Linke Kämpfe in den letzten Jahren waren und sind (leider oft) Abwehrkämpfe. Was dabei strukturell zu kurz kommt, sind unsere eigenen Positionen; viel zu selten gelingt es, proaktiv eigene Akzente zu setzen. Die Gefahr dabei ist natürlich, letztlich zu im doppelten Sinne ungewollten Verteidiger*innen eines maroden Systems zu werden; eines Systems, das erst den Nährboden solch rechter Umtriebe bereitet, das Menschen unterdrückt, separiert, diskriminiert, ermordet und ermorden lässt. Es ist deshalb wichtig, neben allen notwendigen Abwehrkämpfen auch Räume zu eröffnen, in denen wir selbst Handlungsmacht entfalten, uns selbst die Straße und den öffentlichen Raum nehmen können, um unsere eigenen Positionen und Forderungen hörbar zu machen.

Wir haben deshalb dieses Jahr genau die Route angemeldet, welche in den vergangenen Jahren (und jeden Montag) von den Faschos besetzt wurde. Dieses Jahr werden wir die Öffentlichkeit nutzen, um laut und sichtbar für eine Welt einzutreten, die mit der systematischen Unterdrückung innerhalb des Kapitalismus bricht und in der alle das Recht auf und die Möglichkeit zu einem menschenwürdigen Leben haben. Auch wenn die Faschos um Christian Klar ebenfalls eine Demo angekündigt haben, wird unsere explizit keine Gegendemo sein.

Wir demonstrieren nicht (wieder) gegen etwas, sondern für unsere Ideale, für all die Menschen, die weltweit unter den Zwängen dieses unmenschlichen Systems leiden müssen, wir demonstrieren für die Freiheit aller Menschen und auch die unserer Genoss*innen, welche wegen ihrer antifaschistischen Arbeit verfolgt und weggesperrt wurden und werden. Wir kämpfen für die Zerschlagung des patriarchalen Staates und die Errichtung einer neuen Gesellschaft, einer neuen Welt.

Es lebe die Revolution – am 03.10. alle nach Gera!

Aufruf: Gegenprotest zum Eisenberger M-Fest

Wir teilen hier den Aufruf des Aktionskreises Demokratie. Das Original findet sich auf deren Website.

Text in einfacher Sprache: (in schwerer Sprache weiter unten)

In Eisenberg gibt es ein Problem: Die Stadt benutzt eine rassistische Figur als Symbol. Diese Figur zeigt einen Schwarzen Mann mit Federn und Schmuck. Sie steht auf dem Marktbrunnen und ist Teil einer alten Geschichte der Stadt.

Seit 2019 feiert die Stadt ein Fest mit diesem Namen: „Mohren-Fest“. Viele Menschen finden das falsch, weil die Figur und der Name rassistisch ist. In ganz Deutschland sprechen Menschen darüber, dass solche Namen geändert werden sollen. Aber in Eisenberg passiert das nicht. Im Gegenteil: Die Stadt macht eine Ausstellung dazu und der Bürgermeister nutzt das Thema für seinen Wahlkampf.

Auch Neonazis sind in Eisenberg aktiv. Es gibt ein Tattoostudio mit Nazi-Symbolen. In der Nähe sind auch das Rathaus, das AfD-Büro und Orte mit dem „M“-Namen.

Wo Rassismus erlaubt ist, gibt es keine echte Toleranz. Deshalb sagen wir: Das Fest kann so nicht bunt und offen sein, wie der Bürgermeister sagt.

Viele Gruppen, auch Schwarze Menschen, haben mit der Stadt gesprochen. Aber die Stadt hört nicht zu. Deshalb protestieren wir.

Wir sagen: Eisenberg, es reicht!
Wir wollen:

  • Der Name „M-Fest“ muss weg.
  • Die Stadt soll die Geschichte ehrlich erzählen.
  • Es sollen Tafeln aufgestellt werden, die kritisch informieren.

Kommt zu unserer Kundgebung!
📅 24. Mai 2025
🕓 14–18 Uhr
📍 Friedenspark Eisenberg

Solidarität statt Ignoranz!

Text in schwerer Sprache:

Wie in vielen deutschen Städten wirkt in Eisenberg das weit zurückreichende koloniale Erbe auf problematischste Weise nach: Als Wahrzeichen der Stadt bedient sich Eisenberg einer überzogen exotisierenden Darstellung eines halbnackten Schwarzen Menschen in Federrock und mit Goldschmuck, der auf einem Brunnen am Markt prangt. Diese Figur, der sogenannte „M.“, wird als essentieller Teil der Entstehungssage des Stadtwappens gehandelt. So sind in Eisenberg u. a. eine Apotheke, ein Hotel und eine Straße derart benannt. Auffällig ist, dass ein kritischer Umgang mit rassistischen Klischees und kolonialen Narrativen von der Stadt Eisenberg völlig außer Acht gelassen wird.

Stattdessen wird seit 2019 ein Stadtfest mit der Bezeichnung „Mohrenfest“ neu veranstaltet – und das, obwohl bundesweit schon seit Jahren Debatten über die Umbenennung von öffentlichen Orten geführt werden, deren Namen problematische Geschichtsbilder unhinterfragt glorifizieren und/oder reproduzieren. Mittlerweile hat die Stadt Eisenberg 2023 im hiesigen Museum eine Ausstellung eröffnet, die ihr Narrativ bestätigt, und Bürgermeister Kieslich hat die Namensgebung bereits zum Wahlkampfthema gemacht – und das mit Erfolg.

Die Stadt Eisenberg ist an einer kritischen Auseinandersetzung mit Stadtgeschichte und Folklore nicht interessiert. Es wurde sich sogar das Ziel gesetzt, die vermeintliche Stadtgeschichte in Form eines fragwürdigen Alleinstellungsmerkmals zu vermarkten. So gibt es immer noch Produkte und Orte, die sich der rassistischen Wortwahl und Bildsprache bedienen und daraus finanziellen Profit generieren.

Im Eisenberger Stadtkern lässt sich eine Entwicklung über die letzten Jahre erkennen: Seit Dezember 2022 gibt es hier ein Tattoostudio, das von Neonazis betrieben wird; über das hauseigene Label kann Kleidung mit Aufdrucken wie „Antisemit“ oder „Liebe deine Rasse“ erworben werden. Neben diesem Tattoostudio in Richtung Markt liegt das Büro der AfD, das es hier schon seit ein paar Jahren gibt – gegenüber das Rathaus und nebenan das M-Café sowie das Hotel M-Brunnen. Vielleicht wird durch diese kurze Skizze etwas klarer, dass das Eisenberger M-Fest insbesondere unter diesen Umständen kein „buntes und tolerantes“ Stadtfest sein kann, wie es der Bürgermeister in der Vergangenheit gerne behauptete. Wo Nazis und rassistische Sprache toleriert werden, ist schnell Schluss mit bunt und tolerant – das weiß doch jedes Kind!

Mit vollem Bewusstsein über die bestehende Kritik findet 2025 zum siebten Mal das Eisenberger Stadtfest mit dieser Ausrichtung und dem neuen Namen statt. Diverse antirassistische Verbände (u. a. die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland) haben immer wieder das Gespräch mit der Stadt gesucht – jedoch ohne Erfolg. Einem ernsthaften Dialog sowie einer kritischen Aufarbeitung ist Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) gekonnt aus dem Weg gegangen, womit er die von ihm so genannte „offene und vielfältige Kultur“ in der Stadt selbst ad absurdum geführt hat. Dieser Status quo, in dem weiße Menschen ihre eigene Verantwortung zur Aufarbeitung verinnerlichter Rassismen und kolonialer Weltbilder systematisch leugnen, ist für uns nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Jahren öffentliche Gegenproteste organisiert, um eine Alternative zum Stadtfest anzubieten und unsere Forderungen in den öffentlichen Raum zu tragen!

Wir, eine Initiative von Menschen aus Eisenberg, Jena, Gera sowie der näheren Umgebung, stellen uns gegen ein Stadtfest mit derartiger Namensgebung. Dass insbesondere die Kritik von Schwarzen Menschen ignoriert und nicht ernst genommen wurde, macht deutlich, wie tief verwurzelt Rassismus in Deutschland ist.

Auch in diesem Jahr wollen wir wieder sichtbar Stellung zu den von uns kritisierten Missständen beziehen.

Wir veranstalten erneut eine Kundgebung mit Redebeiträgen, Musik, Infoständen und Mitmach-Angeboten und klagen den rassistischen Konsens an: Eisenberg, es reicht!

Solidarität statt Ignoranz!

Unsere Forderungen:

● Das „M-Fest“ soll umbenannt werden!
● Die Stadt Eisenberg soll ihre Stadtgeschichte historisch fundiert aufarbeiten!
● An einschlägigen Orten sollen kritische Infotafeln angebracht und Orte der Auseinandersetzung geschaffen werden!

24. Mai 2025 | 14 bis 18 Uhr | Friedenspark Eisenberg